"Mit Bach durch die Regio" - Orgelkonzert mit Johannes Götz

Die Kirche ist vollbesetzt, alle Besucher warten gespannt auf das Orgelkonzert mit Johannes Götz.

Ein Blick von der oberen der zwei Emporen auf die Spielnische.

Johannes Götz bedankt sich nach dem Konzert für den wunderbaren Applaus.

Organist Johannes Götz erklärt nach dem Konzert in der Merdinger Pfarrkiche den Besuchern die Besonderheit der neuen Jäger & Brommer Orgel. (Quelle Bild & Text: BZ Breisgau-West vom 20.04.2008)

„Wunderschönes Konzert"

Johannes Götz spielt auf der Merdinger Orgel Werke von Bach

MERDINGEN (eh). Innerhalb der Kon­zertreihe „Mit Bach durch die Regio - ei­ne Reise zu bedeutenden Orgeln der Regi­on" war auch die Tuniberggemeinde eine Station. In der Barock-Kirche St. Remigius gab Johannes Götz, Bezirkskantor aus St. Peter, ein imposantes Orgelkonzert.

Dort hatten die beiden Orgelbauer Jä­ger und Brommer 2007 eine neue drei-manualige Orgel mit 30 Registern instal­liert. Johannes Götz feierte auf dieser sei­ne persönliche Premiere und er war von dem Instrument begeistert: „Die Orgel ist bereichernd für die Kirche." Mit den an­spruchsvollen Werken von Bach und Reubke wurden denn auch die Zuhörer begeistert. Anhaltender Beifall am Ende des gut einstündigen Orgelkonzertes un­terstrich das gelungene Gastspiel. Im An-schluss nutzten die Besucher die Mög­lichkeit, hinter die Kulissen zu blicken. Ein Besucher bilanzierte: „Es war ein wunderschönes Konzert auf einer impo­santen Orgel." Götz erläuterte auch die Technik und die Spielmöglichkeiten der Orgel den vielen interessierten Gästen.

Qelle: BZ, Breisgau-West vom 20.05.2008:

Für Bach wie geschaffen

Der Organist Johannes Götz spielte in Merdingen. Oje! Da zeigt die Disposition - im Orgel­bau ist das die Auflistung der Register, der im Instrument vorhandenen Klangfarben - schon beim Lesen einen französischen Touch. Ausgerechnet hier will der Inter­pret ein Meisterwerk der deutschen Ro­mantik vorführen! Julius Reubkes Sonate „Der 94. Psalm" an der neuen, von der Waldkircher Werkstatt Jäger & Brommer gelieferten Orgel in der Remigiuskirche in Merdingen: Da kann der Hörer nicht restlos glücklich werden. An einem In­strument mit l (in Worten: einer) Strei­cherstimme, wo für diese Musik doch ei­ne breite Palette sanfter Heinriche vonnöten wäre. Problematisch der Fortissimo-Bereich: laut (beinahe überdimensioniert für den barocken Raum) und unroman­tisch der Klang. Zur Wucht kommt Schär­fe. Gleichwohl: Bisweilen gab es Inseln der Wonne - sogar im Piano-Bereich. Technisch kam der Organist Johannes Götz mit dem kniffligen Opus beachtlich zu Rande. Dramatisch ging's zu - schließ­lich haben wir's mit einem Rachepsalm zu tun: „Gott der Vergeltung, o Herr, du Gott der Vergeltung, erscheine!", heißt es in der Einheitsübersetzung.
Diese dreimanualige 30 Register-Novität aus dem Elztal indes hat andere, be­merkenswerte Tugenden, bietet sie doch exzellente Voraussetzungen, um Polyphonie und Transparenz zu erleben. Die­se schöne Orgel ist mithin wie geschaffen für die Musik Bachs. Ein Grund mehr, sie in der Konzertreihe „Mit Bach durch die Regio" zu präsentieren. Götz tat es unter anderem mit zwei Präludien und Fugen. Ein substanzielles Bach-Spiel da spürte man den Doerr-Schüler ohne Mätzchen. In der Farbe fast ein bisschen zu mono­chrom. So hätte man die virtuosen Manualiter-Passagen der (etwas gemütlich angegangenen) e-Moll-Fuge aus BVv v 548 Umfeld abheben können. Gewichtig die Posaune im Präludium. Ruhig und kantabel die Choralbearbeitungen: Bei „Allein Gott in der Höh sei Ehr" BWV 663 wies die Registrierung der Liedmelo­die nach Frankreich. Die Merdinger Orgel: Für alte Franzo­sen und für Bach ist sie sehr geeignet. Auch, so steht zu vermuten, für Franck und manches von Messiaen. Für Liszt, Reubke & Co. aber sind St. Margarethen in Waldkirch oder der Dom in St. Blasien die besseren Adressen. Johannes Adam

Quelle: Badischen Zeitung, Kultur, vom 19.05.2008